Mittwoch, 21. August 2013

Wenn Taten folgen

Nach meiner Euphorie gestern Abend was alte Tagebucheinträge betrifft, hab ich gleich darauf losgelegt und gekramt und gelesen. Irgendwie wars dann doch nicht mehr so lustig wie ich es mir eigentlich gedacht hatte. Als es mir vor einigen Jahren nicht so gut ging, wurden auch die Einträge immer trauriger und deprimierender. Wenn ich sie lese, frage ich mich, wie ich diese Zeit überstanden habe. Ich bin dankbar, dass es vorbei ist. Vielleicht, oder besser gesagt, wahrscheinlich durchlebt jeder solche Phasen. Der Auslöser kann alles mögliche sein. Pubertät, oder die familiären Hintergründe, Freunde die plötzlich keine mehr sind. Mistkerle und weibliche Mistkerle. Arschlöcher. Lehrer, oder einfach man selbst und seine verkorkste Einstellung. Aber es gibt Zeiten, da kann man nicht aus seiner Haut. Was soll man tun als Jugendliche ohne Mittel und Wege zur Veränderung. Und wenn man es dann doch, wie auch immer, schafft, aus diesem ekligen Sumpf voll mit Traurigkeit und ausgekotzen Illusionen herauszukommen, dann jippie und so. Also ja, was ich sagen will, die Tagebucheinträge gehen von 'ich stehe kurz vorm Selbstmord' bis zu 'heute war der beste Tag meines Lebens'. Tagebücher sind geil. Sie erlauben einem immer wieder, in seine Seele von früher zu schauen. Das ist gut. Sollten mehr Menschen machen. Allein schon um zu sehen, was für Träume man mal hatte. Und dann kam die Realität und man wird erwachsen. Klar will man die Welt sehen und am Strand in Hippieklamotten ums Feuer tanzen, klar will ich die Straßenkunst in Buenos Aires bestaunen und in Australien surfen lernen. Muss ich alles aufgeben, weil ein 'erwachsener Alltag' eingekehrt ist? Weil ich einen Job, Familie und Haushalt habe? Nein, werde ich nicht. Ich werde meiner Tochter die Leidenschaft des Weltentdeckens mitgeben. Ich scheiße kein Geld. Es geht in unserem Tempo vorran.

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